DIRK WEILER

- Sänger, Schauspieler/Musicaldarsteller -

- lyrischer Bariton -

Dirk Weiler absolvierte sein Musicalstudium an der Folkwang Hochschule in Essen und eine Gesangsausbildung als Master an der Manhattan School of Music und dem Conservatory of Music am Brooklyn College in New York. Nach 8 Jahren Tanztheater mit der Companie von Claudia Lichtblau lebte und arbeitete er von 1998 bis 2008 in New York, wo er den zweiten Preis bei der Lotte-Lenya-Competition for Singers und mit dem Kabarett Kollektif in New York den Nightlife Award for Unique Cabaret Performance erhielt. Nach seinem Master-Abschluss gastierte er als Sänger und Schauspieler in zahlreichen Produktionen in den USA, Europa und Australien. Er arbeitete zum größten Teil fächerübergreifend als Schauspieler, Sänger, Tänzer, Stepptanz-Lehrer, Regisseur, Choreograf und Liedinterpretations-Lehrer. Als Dozent arbeitete er u. a. an der Alvin Ailey School New York, der Folkwang Universität der Künste Essen und der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Kürzliche Arbeiten als Choreograf waren für den FAMAB Award in Essen, den Kinder und Jugendchors der Oper Bonn und die Steppchoreografie für das Musical  “Crazy for You” am Theater Magdeburg.


BÜHNENFOTOS


VITA - THEATER (AUSWAHL)

2018/2019 - CATCH ME IF YOU CAN

Frank Senior, Agent Branton

Staatstheater Nürnberg

Regie: Gil Mehmert

Choreographie: Melissa King

Musikalische Leitung: Jürgen Grimm 

 

2018 - WILHELM TELL

Baumgarten, Reding, Friesshardt

Freilichtspiele Schwäbisch Hall

Regie: Christian Doll

 

2018 - FRAU LUNA

Theophil

Theater Dortmund

Regie: Erik Petersen

 

2017 - MOBY DICK

Käpt'n Ahab, Peleg

Musiktheater im Revier /Gelsenkirchen

Regie: Carsten Kirchmeier

 

2017/2018 - DON CAMILLO UND PEPPONE 

Jesus

Freilichtspiele Schwäbisch Hall

Regie: Christian Doll

 

2017 - DIE WAHLVERWANDSCHAFTEN

Otto

Freilichtspiele Schwäbisch Hall

Regie: Caroline Stolz

 

2017 - DIE COMEDIAN HARMONISTS (Konzert)

Moderation

Musiktheater Revier Gelsenkirchen

Regie: Sandra Wissmann

 

2017 - LINIE 1

Rolle Schlucki, Dieter, Witwe Martha etc.

Musiktheater Revier Gelsenkirchen

Regie: Carsten Kirchmeier

 

2017 - DIE LUSTIGE WITWE

Njegus

Musiktheater Gelsenkirchen 

Regie: Sandra Wissmann

 

2016 - DER KIRSCHGARTEN

Petra Trofimow

Gandersheimer Domfestspiele

Regie: Christian Doll

 

2016 - HIGHWAY TO HELLAS (UA)

Jörg Geißner

Gandersheimer Domfestspiele

Regie: Achim Lenz

 

2015 - COMEDIAN HARMONISTS

Harry Frommermann

Gandersheimer Domfestspiele

Regie: Achim Lenz

 

2015 - JESUS CHRIST SUPERSTAR

Herodes, Apostel

Gandersheimer Domfestspiele

Regie: Achim Lenz

 

2015 - CRAZY FOR YOU

Bobby Child (+ Choreografie Stepptanz)

Theater Magdeburg

Regie: Erik Petersen

 

2014-2015 - LA CAGE AUX FOLLES

Albin/Zaza

Oper Bonn

Regie: John Dew

 

2013-2014 - JESUS CHRIST SUPERSTAR

Herodes

Oper Bonn

Regie: Gil Mehmert

 

2013-2014 - SISTER ACT

Ernie, cover Joey, cover Monsignore

Metronom Theater Oberhausen | Musical, Stage Entertainment

Regie: Carline Brouwer

 

2012-2013 - SISTER ACT

Rolle Ernie, cover Joey, cover Monsignore

Apollo Theater Stuttgart | Musical, Stage Entertainment

Regie: Carline Brouwer

 

2012 - CHESS

Anatoly Sergievsky

Domfestspiele Bad Gandersheim

Regie: Christian Hockenbrink

 

2012 - BLOND GIRL UNDERCOVER

Dr. No

Domfestspiele Bad Gandersheim

Regie: Craig Simmons

 

2011 - THE FULL MONTY – GANZ ODER GAR NICHT

Oper Dortmund

Regie: Harold Nichols | Regie Gil Mehmert

 

2010-2011 - WICKED

Frex, cover Wizard, cover Dr. Dillamonth

Metronom Theater Oberhausen | Musical, Stage Entertainment

Regie: Joe Mantello

 

2009 - UND ES WAR SOMMER

Helmut Kaiser

Domfestspiele Bad Gandersheim

Regie: Christian Doll

 

2009 - IM WEISSEN RÖSSL

Dr. Siedler

Domfestspiele Bad Gandersheim

Regie: Martin Höfermann

 

2009 - THE SCHOOL FOR SCANDAL

Moses

Red Handed Theatre Company | Bridewell Theatre, London

Regie: Jessica Swale

 

2007 - THE TRUE LAST WORDS OF DUTCH SCHULTZ

Dutch Schultz 

Symphony Space New York

Regie Grethe Holby

 

2007 - QUEER BENT FOR THE TUDOR GENT

Richard, The Tudor Gent

The American Globe Theatre New York

Regie: G. Beaudin

 

2006 - THE WAITER

The Waiter 

Jermyn Street Theatre, London

Regie: G. Beaudin

 

2005 - ON THE BANKS OF THE SURREAL - Fünf Stücke von Ghelderode, Ionesco, Tzara, Cocteau, Magritte

Diverse

Bank Street Theater, New York

Regie: Shela Xoregos

 

2005 DIE DREIGROSCHENOPER

Macheath

Gershwin Theater Brooklyn

Regie: Thomas Bullard 

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Lebenslauf Dirk Weiler
Weiler_Dirk_CV_2018.pdf
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AUSBILDUNG

Folkwang Universität der Künste - Diplom Bühnendarsteller - Musical Theatre/Gesang, Schauspiel und Tanz

Folkwang Universität der Künste - Aufbaustudium Tanz

City College of New York - Gesang (Master of Music Program)

Manhattan School of Music, NYC - Gesang (Master of Music Program)

Conservatory of Music, Brooklyn, NY - Gesang (Abschluss: Master of Music)

Expressions, Bernice Loren Acting Studio, NY - Schauspiel


PRESSE

SCHWÄBISCH HALL - Stücke mit Schauspieler Dirk Weiler

Schwäbisch Hall / Bettina Lober 18.08.2017

 

Dirk Weiler schlüpft in „Don Camillo und Peppone“ auf der Treppe in die Rolle des Jesus – und ist dabei viel mehr als nur die Stimme aus dem Off.

Eineinhalb Stunden dauert die Verwandlung: Dann ist aus dem Schauspieler Dirk Weiler Jesus geworden. „Ich bin der Erste in der Maske und der Letzte, der wieder rauskommt“, erzählt er mit einem verschmitzten Lächeln. Zum Heiland wird man eben nicht im Hand- umdrehen. „Das muss man schon mal sagen: Was Kostüm und Maske und die ganze Technik hier leisten, ist schon großartig“, schwärmt Weiler – und es klingt nicht nach Schmeichelei.

Klar, Maske und Kostüm helfen dabei, in die Rolle zu schlüpfen, aber die Figur muss da längst erarbeitet und durchdrungen sein. Und wie ist Dirk Weiler überhaupt zur Jesus-Rolle gekommen? Intendant und Regisseur Christian Doll hat in Bad Gandersheim schon mehrfach mit dem

gebürtigen Saarländer zusammengearbeitet und ihm den Part angetragen. Anfangs habe er gestutzt, weil er automatisch an die eingespielte Jesus- Stimme in den Filmen dachte. „Ich bin nicht die Stimme aus dem Off, und ich hänge nicht die ganze Zeit am Kreuz“, erzählt er lachend von seinen Bedingungen für Hall. Und klar: Die jahrelange Zusammenarbeit mit Doll habe ihn schon vermuten lassen, dass mehr dahinter steckt.

Die Kunst des Weglassens

Aber wie spielt man nun Jesus? Es sei auch ein Spiel mit den Jesus- Vorstellungen in den Köpfen der Menschen, lässt Weiler durchblicken. Freilich habe er Bücher gewälzt, sich auch schon früher mit Religion, Glaube und Spiritualität befasst, jetzt viele Filme angesehen, „und mir auch wieder die Bibel geschnappt“. Und in der Fülle der Beobachtungen und Entdeckungen kristallisiere sich die wichtige Frage heraus: Was spiele ich nicht? „Weniger ist oft mehr.“

So ist aus Weilers Jesus nun ein mit heiterer Selbstironie und feinem Humor gesegneter Heiland geworden, der die Wogen des temperamentvollen Streits zwischen Don Camillo und Peppone wunderbar subtil zu glätten weiß. Der ein „Bin gleich wieder da“-Schild ans Kreuz hängt, um wohldosiert ins Geschehen einzugreifen und per Handauflegen ganz nebenbei eine kleine Heilung vollzieht.

Mit der anfangs in Hall als „doch ziemlich stufig“ empfundenen Treppe hat sich Dirk Weiler gut angefreundet. Der vielseitige Bühnenkünstler hat allerhand Erfahrung mit unterschiedlichen Bühnen. In der Theaterwelt ist er weit herumgekommen. Sein Berufswunsch stand schon früh fest: „Als Kind sagte ich: Wenn ich mal groß bin, werde ich Schauspieler – aber nur in den alten Filmen. Die alten Schwarz-Weiß-Streifen hatten mich fasziniert“, erzählt er.

Nach seiner Ausbildung an der Folkwang-Hochschule in Essen – „damals war die Musical-

Ausbildung noch neu“ –, und einem Tanz-Aufbaustudium hat Dirk Weiler von 1998 an in New York Gesang studiert. Das Lernen und Erfahrung-

Sammeln ging weiter. Aus dem ursprünglich geplanten Jahresaufenthalt sind zehn Jahre im Big Apple geworden. „Irgendwie wollte ich alles machen und vertiefen.“

Prägende Zeit in New York

Seine Mentoren und Lehrer dort haben ihn geprägt. Er lernte viel auch über die kulturellen Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Schauspieltraditionen. Anschaulich und spannend erzählt Weiler beispielsweise von der Entwicklung des „Method Actings“, das in Deutschland aber zuweilen auch als allzu exzessives Eintauchen in eine Figur belächelt werde. Dabei gehe es vielmehr um ein komplexes Zusammenwirken von Emotion, Text und dem Gegenüber. Das Group Theatre, Konstantin Stanislawski, Anton Tschechow, Lee Strasberg, Stella Adler, Sanford Meisner, das Actors Studio – locker gehen Dirk Weiler die Worte und Namen über die Lippen. „Ach, jetzt schweife ich wieder ab“, meint er entschuldigend. Doch das Aufspüren von Zusammenhängen, das lustvolle Forschen und Sich-Fragen, wo eine Sache hinführt, scheint ihn auch anzutreiben. „Ich hab da sicher etwas Analytisches“, räumt er ein. Denn: Dirk Weiler geht es ums Theater in all seinen Facetten.

Überhaupt: In New York sei ihm aufgefallen, dass man sich dort um die Unterscheidung der Genres kaum Gedanken macht. Egal, ob Musical, Theater, Operette oder Tanz – „dort heißt es: Mach’ einfach“. In Deutschland sei das Schubladendenken doch noch ausgeprägter – „aber das bricht auch auf, es wird lockerer und durchlässiger“. Der Allrounder Dirk Weiler ist selbst ein gutes Beispiel dafür: Nach seinen Schauspiel- Rollen hier in Hall steht er in den nächsten Monaten in der Operette „Frau Luna“ in Dortmund auf der Bühne. Ein Kinderstück sei in Planung und noch ein paar andere Projekte – „die sind aber noch nicht spruchreif“, bleibt Weiler diskret.

Bei den Freilichtspielen in Hall hat er sich jedenfalls sehr wohlgefühlt. Nur noch viermal wird er auf der Großen Treppe als Jesus dem Dorfpfarrer Don Camillo ins Gewissen reden. Wehmut? „Da bin ich sehr

unsentimental.“ Wichtiger sei der Moment – „und ich bin gespannt auf alles, was kommt“.